KLARSTELLUNG

Werte Leser, nach meinem ersten Beitrag hat sich die ortsansässige Presse der Angelegenheit angenommen. Während die Gießener Allgemeine es nicht für nötig erachtet hat, interviewte zumindest der Gießener Anzeiger Sylke Schäfer. Den Artikel der Allgemeinen beachten wir gar nicht näher, denn Herr Soßdorf hat aus unserer Sicht den Grundsatz des objektiven Journalismus nicht verstanden. Wenden wir uns lieber dem ausführlichen Bericht des Anzeigers zu – hier wir müssen einige Punkte klarstellen:



Bereits am 24.02.2018, also drei Tage nach der unpersönlichen WhatsApp-Nachricht von Pfarrer Schröder mit dem Gottesdienstentzug suchte Thomas Becker, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Sylke Schäfer persönlich auf. Sie erklärte ihm bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sie ihre erste, auf Emotionen gegründete Reaktion korrigieren und weiterhin im Kirchenvorstand bleiben möchte. Auch ich habe mich im Auftrag des AfD-Ortsverbandes bereits am 27.02.2018 an Pfarrer Schröder gewandt und um ein Gespräch mit uns gebeten und nicht erst irgendwann später, wie die Presse schreibt.

Beide Zeitungen verbreiten hier nicht nachvollziehbare Aussagen, wenn sie davon schreiben, dass der „Rücktritt vom Rücktritt“ erst nach dem Gespräch mit dem Probst stattfand – dieses Gespräch war erst knapp drei Wochen später und hatte damit überhaupt nichts zu tun! Zu dem Gespräch mit dem Probst wurde Sylke Schäfer übrigens von einem Freund begleitet, der zwar Mitglied der AfD ist, dort aber nicht als offizieller Vertreter anwesend war. Dies wurde zu Beginn des Gesprächs den Kirchenvertretern auch sofort deutlich gemacht. 

Die Kirche behauptet, dass die weiteren Angebote zu persönlichen Gesprächen seitens Sylke Schäfer abgelehnt worden seien. Verehrte Leser, stellen Sie sich vor, Sie widmen viel Kraft und Einsatz für eine Sache und werden dann durch unpersönliche Handy- bzw. E-Mail-Mitteilungen so vor den Kopf gestoßen, abgesägt und dann im nächsten Satz in dieser Mitteilung noch um ein persönliches Gespräch gebeten. Ist es da nicht verständlich, dass Sie unter diesen Umständen kein Interesse an einem persönlichen Gespräch haben? Wenn diese Herren nicht das Rückgrat besitzen, Sylke Schäfer persönlich und Auge in Auge die Entscheidungen mitzuteilen, warum sollte sie denn dann das Gespräch suchen? Das steckt nämlich hinter der ganzen Sache! Und bevor wir es vergessen: Pfarrer Schröder hat mit Sylke Schäfer kein weiteres Gespräch gesucht. 

Die Kirchenvertreter meinen auch, dass es eine reine Angelegenheit zwischen Sylke Schäfer und der Kirche sei. Nein, werte Leser, wir von der AfD mischen uns selbstverständlich ein. Diese Ausgrenzung oder nennen wir es möglicherweise sogar Diskriminierung ist für uns nicht in Ordnung und auch ganz und gar nicht hinnehmbar, denn Sylke Schäfer ist unser Mitglied und unsere Ortsverbands-Sprecherin. Damit wird es auch zu unserer Angelegenheit! 

Werte Leser, Sylke Schäfer ist daneben auch gleichzeitig die direkt betroffene Person. Auf ihren eigenen Wunsch hin hat sie die parteibezogene Diskussion über ihre Ausgrenzung ausschließlich den verbleibenden Vorstandskollegen des Ortsverbandes überlassen. Sie trennt damit strikt die Vermischung der persönlichen und parteilichen Sichtweisen. Dieses aufrechte Verhalten kennt Sylke Schäfer sehr gut, denn so verhielt sie sich grundsätzlich und trennte als Lektorin und Kirchenvorstand stets zwischen Kirche und Politik! 

Im Übrigen fand der Wechsel von Frau Schäfer zur AfD nicht über Nacht statt. Sie sagt selbst, dass der Entscheidungsprozess über ein Jahr gedauert habe, bis sie es dann Anfang des Jahres wahr gemacht hat. In diesem Zeitraum hatte schon Stück für Stück eine Verabschiedung von der FDP stattgefunden. Hat das irgendjemand aus der Kirchengemeinde bemerkt? Hat Frau Schäfer das jemals in der Kirche thematisiert? Nein, es hat niemand gemerkt und thematisiert hat sie es auch nicht! Kaum aber wird der Wechsel publik, machen die Pfarrer so ein Theater und grenzen Sylke Schäfer aus! 

Pfarrer Schröder sei besorgt, welche mediale Reaktionen der Wechsel hervorriefe. Noch in einem privaten Gespräch mit einem Kirchenvorstandsmitglied bat dieses Sylke Schäfer tatsächlich um einen heimlichen, stillen und leisen Rücktritt. Sie, sehr geehrte Pfarrer Schröder und Leimbach sowie Damen und Herren des Allendorfer Kirchenvorstands wurden von mir persönlich mehrfach kontaktiert und um Gespräche gebeten. Ich hatte Ihnen im Auftrag des Ortsverbandes und in Abstimmung mit dem Kreisverband geschrieben, dass wir lieber miteinander als übereinander reden und eine öffentliche Debatte vermeiden wollen! Auch hat Frau Schäfer Sie, sehr geehrter Herr Becker, mehrfach dazu aufgefordert, mich zu kontaktieren – sie selbst lehnten es ihr gegenüber kategorisch ab! Daher tragen Sie, die Kirchenvertreter, die alleinige Verantwortung dafür, dass wir damit jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sind. 

Auch die Presse, hier speziell die Gießener Allgemeine, versucht, mit einer reißerischen Überschrift zu reagieren und ihre Leser in eine eindeutige Richtung zu lenken: „Die AfD greift die Kirche an“ - Nein, meine sehr verehrten Damen und Herren, umgekehrt wird ein Schuh daraus! Die Kirche grenzt unser Mitglied aus und greift damit uns alle von der AfD an. Und das lassen wir uns nicht bieten und garantiert auch nicht auf uns sitzen! 

Es grüßt Sie herzlich, 
Jörn Bauer
Stellv. Sprecher AfD-Ortsverband Nordkreis Gießen