Brief an Pfarrer Schröder

Werte Leser, aufgrund der Reaktionen nach unseren Berichten auf Facebook haben wir uns dazu entschieden, unser Schreiben an Pfarrer Schröder in Allendorf/Lda. vom 27.02.2018 im vollen Wortlaut zu veröffentlichen. Wir haben keine Geheimnisse und auch nichts in dieser Angelegenheit zu verbergen! Bitte beachten Sie vor allem den letzten Absatz: wir möchten aktuell keine öffentliche Diskussion darüber führen, denn wir reden lieber miteinander als übereinander. Wir haben also knapp sechs Wochen gewartet und kamen dann zu dem Schluss, dass persönliche Gespräche mit uns nicht gewünscht sind. Ein Kirchenvorstandsmitglied sagte ja in einem persönlichen Gespräch mit Sylke Schäfer im Zusammenhang mit ihrem Amt im Vorstand, dass Sylke Schäfer bitte „heimlich, still und leise“ ihren Rücktritt aus dem Vorstand vollführen möge. Da würde es ins Bild passen, dass die Kirchenvertreter die Sache eben nicht öffentlich austragen wollten – wir fragen uns dann nur, warum sie unter dieser Voraussetzung unserer Einladung nicht gefolgt sind? Daher tragen die Kirchenvertreter, allen voran Pfarrer Schröder und der Kirchenvorstand in Allendorf/Lda., die alleinige Verantwortung für die öffentliche Diskussion – und es sollte deutlich werden, dass wir von der AfD hier gar niemanden angreifen. Wir veröffentlichen nur das, was die Kirche in unseren Augen „unter den Teppich kehren wollte“! Sylke Schäfer und die Alternative für Deutschland
___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Sehr geehrter Herr Schröder,
ich wende mich heute stellvertretend für den Ortsverband Nordkreis Gießen der Partei Alternative für Deutschland an Sie bezüglich des Wechsels von Frau Sylke Schäfer zu unserer Partei.

Nach der öffentlichen Bekanntmachung, dass Frau Schäfer zur AfD gewechselt ist, liest man auf der sozialen Plattform Facebook teilweise extreme kommunikative Entgleisungen gegen Frau Schäfer und unsere Partei.
So wird unter anderem geäußert, dass das Parteiprogramm der AfD nicht mit christlichen Werten in Einklang stehe, da die AfD eine rassistische Partei sei. Es wurde gefordert, dass Frau Schäfer ihre Kirchenämter niederlegen solle.

Diese Anschuldigungen weisen wir mit allem Nachdruck zurück.
Wir sind eine demokratische Partei und von über sechs Millionen Wählern als drittstärkste Fraktion in den Bundestag gewählt worden sowie in 14 von 16 Landtagen vertreten.
Wir stehen ein für die freiheitliche demokratische Grundordnung und für die Geltung und Anwendung unserer Gesetze.
Wir stehen ebenfalls ganz klar dafür ein, dass kein Mensch wegen seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt werden darf.
Wir lehnen rassistische Äußerungen genauso ab, wie Sie das als Vertreter einer der großen Kirchen in Deutschland auch tun.
Nicht zuletzt möchte ich auf die „Bundesvereinigung der Christen in der AfD“ hinweisen mit der Anmerkung, dass die christlichen Werte in der AfD selbstverständlich einen sehr hohen Stellenwert haben.

Neben den Äußerungen einiger Ihrer Gemeindemitglieder auf Facebook wurde uns ebenfalls zugetragen, dass Sie Frau Schäfer aufgrund des Parteiwechsels die Durchführung eines Gottesdienstes entzogen haben. Diesbezüglich haben wir folgende Fragen an Sie:

1. Haben Sie Frau Schäfer den Gottesdienst entzogen, weil sie jetzt Mitglied der Alternative für Deutschland ist? Falls Sie dies bejahen, welche Annahmen bzw. Grundlagen führten zu Ihrer Entscheidung?

2. Sind Sie persönlich der Auffassung, dass Frau Schäfer, die wir als eine sehr soziale und integere Frau kennen gelernt haben und die strikt zwischen Kirche und Politik trennt, nach ihrem Wechsel zu unserer Partei zukünftig keinen Gottesdienst in Ihrer Kirchengemeinde mehr halten kann bzw. darf?

3. Sind Sie der Auffassung, dass Frau Schäfer ihr Engagement im Kirchenvorstand einstellen und ihr dortiges Amt niederlegen sollte?

Wir möchten zum Wohle aller Beteiligten aktuell keine öffentliche Diskussion über diese Situation führen, denn einer unserer wesentlichen Grundsätze ist, dass wir lieber miteinander als übereinander reden.
Daher würden wir uns über Ihre Stellungnahme zu den vorgenannten Fragen freuen. Gerne stehen wir Ihnen anschließend auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

In Erwartung einer Rückmeldung verbleibe ich stellvertretend für den Ortsverband

mit freundlichen Grüßen

Jörn Bauer

(stellv. Sprecher des AfD-Ortsverbandes Nordkreis Gießen)